Tenebrae - Passionsmusik


Samstag, 14. März 2009, 18:00 Uhr
in Mainz (Dom St. Martin)

Sonntag, 15. März 2009, 18:00 Uhr
in Babenhausen (Ev. Stadtkirche)

Samstag, 21. März 2009, 19:00 Uhr
in Darmstadt (St. Ludwig)

Das Darmstädter Echo zum Konzert in Babenhausen


Programm:

  • G.P. Palestrina: Stabat mater für zwölf Stimmen in drei Chören
  • T.L. de Victoria: Lamentaciones de Jeremias für sechs Stimmen
  • C. Gesualdo: Zwei Tenebrae responsories für sechs Stimmen
  • F. Poulenc: Vinea mea electa, Timor et tremor für vierstimmigen Chor
  • A. Boltz: Ecce lignum für neun Stimmen

„Tenebrae“

Dieser Begriff umschreibt die Programmkonzeption des neuen Projektes des Vocalensembles Darmstadt mit Chormusik zur Passionszeit.

Tenebrae (von lat. Dunkelheit, wörtlich Schatten) bezeichnet den Teil des liturgischen Stundengebets der Ordensleute, welcher am Gründonnerstag, Karfreitag und Karsamstag als Matutin gefeiert wurde. Die Feier fand in der Dunkelheit statt, um die Todesangst Jesu am Ölberg nachempfinden und das Geschehen des Karfreitags reflektieren zu können. Sie ist durch verschiedene Riten gekennzeichnet, von denen einige weiterhin in den heutigen Karmetten verwendet werden, wie z. B. das allmähliche Auslöschen der Kerzen.

Hauptbestandteile dieser nächtlichen Gottesdienstform sind Lesungen, auf die jeweils ein Responsorium (Antwortgesang) folgt. Als Lesungen finden vor allem die Klagelieder des Propheten Jeremia Verwendung, die feierlich gesungen vorgetragen werden und stets in den Ruf „Jerusalem, Jerusalem, convertere ad Deum tuum“ (Jerusalem, Jerusalem, kehr um zu deinem Gott) münden.

Der Name der Karmetten leitet sich ab aus dem Anfang des achten Responsoriums „Tenebrae factae sunt, dum crucifixissent Jesum Judaei“ (Finsternis entstand, als die Juden Jesus kreuzigten). Berühmt geworden sind die Vertonungen der Jeremias-Lamentationen durch Tomas Luis de Victoria (1548-1611), von denen drei Bestandteil dieses Programms sind. Für die Responsorien stehen jeweils zwei ausgewählte Werke von Carlo Gesualdo (1560-1613), dem wegen seiner modernen Schreibweise vielleicht ungewöhnlichsten Komponisten des ausgehenden 16. Jahrhunderts, und von Francis Poulenc (1899-1963), einem der Hauptvertreter der geistlichen Chormusik des 20. Jahrhunderts.

Ergänzt wird die Zusammenstellung durch das zwölfstimmige „Stabat mater“, der Klage Mariens unter dem Kreuz in der Vertonung von Giovanni Pierluigi da Palestrina (1525-1594), und den Karfreitagsgesang „Ecce lignum crucis“ von Andreas Boltz (*1964).